Lagerräume und Lagerflächen in Deutschland

Logistik-Weltmeister? – Deutschland!

Die Weltbank hat zum dritten Mal in Folge nach 2014 und 2016 Deutschland zum Top-Standort unter 160 Ländern gekürt – Logistik-Weltmeister. Das geht aus dem am Dienstag vorgelegten Logistikleistungsindex (Logistics Performance Index, LPI) hervor.

Mit Schweden, Belgien und Österreich folgen drei weitere europäische Länder. Aufgestiegen in die Top Ten sind Japan, Dänemark und Finnland. Nicht mehr zur Spitzengruppe gehören Hongkong (12), die USA (14) sowie Luxemburg (24). Am Ende des Rankings steht Afghanistan.

Der LPI-Wert ergibt sich aus sechs Schlüsselfaktoren: Zollabfertigung, Infrastruktur, Dienstleistungsqualität, dem Preis internationaler Sendungen, den Möglichkeiten zur Sendungsverfolgung sowie der Häufigkeit, mit der Waren pünktlich ihr Ziel erreichen. In den Index fließen Bewertungen auf einer Skala von 1 bis 5 ein. Deutschland erreicht einen Indexwert von 4,20 nach 4,23 im Jahr 2016. Trotz des Rückgangs ist der Abstand zu den Verfolgern, die sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern, nun aber wesentlich größer. Vor zwei Jahren wäre Deutschland mit der gleichen Punktzahl nur Dritter geworden.

Logistik-Weltmeister – Viele Länder hinken weiter deutlich hinterher

Die Top Ten haben im Durchschnitt eingebüßt: Der Wert fiel von 4,13 auf 4,03. Allerdings waren sie 2016 auch so stark wie nie zuvor, während die zehn Länder am Ende der Liste zugleich das schlechteste Ergebnis erzielt hatten. Diese Kluft hat sich aufgrund eines All-Zeit-Hochs der Letztplatzierten (2,08) wieder verkleinert. Die Lücke zwischen Industrie- und Entwicklungsländern bleibt dennoch markant.

Zwischen 2007 und 2014 verzeichnete die Weltbank eine zumindest langsame Annäherung. Zurückzuführen war dies vor allem auf eine kontinuierlich verbesserte Infrastruktur in den Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen (Bruttoinlandsprodukt/Kopf). Hinzu kamen eine höhere Servicequalität und effizientere Zoll- und Grenzkontrollen. Jetzt zeichnen die Autoren ein gemischtes Bild. Insgesamt hätten zwar die meisten Länder Reformen und Investitionen angestoßen, um die Infrastruktur auszubauen, Transport und Handel zu erleichtern oder moderne Dienstleistungen zu entwickeln. Doch am Ende schneiden die fortgeschrittenen Volkswirtschaften im Durchschnitt 48 Prozent besser ab als Länder mit niedrigem Einkommen.

Trotz des Titel-Hattricks von Deutschland heben die Autoren eher die wesentlichen Verbesserungen der LPI-Werte in Japan, Dänemark, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Neuseeland seit 2012 hervor. Das Ranking selbst sollte der Weltbank zufolge nicht überbewertet werden. Es sei viel wichtiger, in welchem Ranglistenbereich ein Staat lande – nicht so sehr dagegen, auf welchem Platz. Der Weltbank geht es mehr um das Aufzeigen von Lücken zwischen sehr guter, mittlerer und schwacher Leistungsfähigkeit. „Der Bericht und der LPI sollen Regierungen helfen, den Zusammenhang zwischen Logistik, Handel und Wachstum zu verstehen, und ihnen aufzeigen, welche Maßnahmen für den Erfolg notwendig sind“, betont daher Co-Autorin Christina Wiederer.

Logistik-Weltmeister

Logistik-Weltmeister Deutschland ist bei der Infrastruktur top

Interessant beim Schlüsselfaktor Infrastruktur: Hier ist Deutschland erneut Spitzenreiter. Eine aktuelle Untersuchung des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) dagegen kommt zu dem Ergebnis, dass der Zustand der Infrastruktur die Wirtschaft stärker als noch vor fünf Jahren beeinträchtigt. Diese Ungereimtheit kann sich daraus ergeben, dass das Länderranking auf den Bewertungen der jeweils wichtigen Haupthandelspartner basiert. Hier fließen also die Einschätzungen von den Logistikdienstleistern außerhalb des jeweiligen Landes ein.

„Ein Fundament für den sehr guten Logistikleistungsindex ist eine gut ausgebaute Verkehrsinfrastruktur“, betont der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV). „Die finanziellen Weichen hat die Politik gestellt, jetzt müssen Bund und Länder die personellen und planerischen Grundlagen für die zügige Ertüchtigung nicht nur der Verkehrswege, sondern auch der digitalen Infrastruktur herstellen, fordert der DSLV.

Trotz aller Unsicherheiten, die in der Studie stecken, ist Fakt: Am schlechtesten schneiden in den Umfragen stets die Länder ab, die einkommensschwach, isoliert, instabil oder regelmäßig mit Naturkatastrophen, Konflikten oder Unruhen konfrontiert sind. So erreicht das 2018er-Schlusslicht Afghanistan 1,95 Indexpunkte und damit laut Weltbank nur rund 30 Prozent des Logistik-Weltmeister Deutschland. Zuletzt stand Syrien am Ende des Rankings mit nur 1,6 Zählern. Das kriegsgeplagte Land belegt jetzt Platz 138 von 160.

Unter den Ländern mit niedrigem mittleren Einkommen zeichnen sich dem Bericht zufolge große Volkswirtschaften wie Indien und Indonesien sowie Schwellenländer wie Vietnam und die Elfenbeinküste als Spitzenreiter aus. Die meisten dieser ­Länder haben entweder Zugang zur See oder befinden sich in der Nähe wichtiger Transport-Hubs.

Personal ist überall knapp

Der Arbeitskräftemangel in der Logistik stellt der Umfrage zufolge sowohl für Industrie- als auch für Entwicklungsländer eine Herausforderung dar. Dabei suchen die Unternehmen in den schlechter entwickelten Ländern vor allem händeringend nach Führungskräften, während die Industrieländer eher mit einem knappen Angebot von Personal wie LKW-Fahrern zu kämpfen haben.

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